Page 2 - Weinfelder Bote - KW 08 - 2024
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NEIN zur 13. AHV-Rente












                     Teuer und schädlich



            Acht Prozent mehr AHV-Rente: grundsätzlich ein schöner Gedanke.
            Denn wer möchte unseren Eltern oder Grosseltern keinen Zusatz-
            batzen gönnen? Selbst dann, wenn diese gar nicht darauf angewie-
            sen sind. Denn der Mehrheit unserer Rentnerinnen und Rentner geht
            es finanziell gut bis sehr gut. In der Regel verfügen sie über mehr freie
            Mittel und deutlich mehr Erspartes als junge Familien mit Kindern.


            Eine 13. AHV-Rente gibt es aber nicht gratis. Im Gegenteil: sie wäre
            teuer. Extrem teuer sogar. Gegen fünf Milliarden Franken würde diese
            Zusatzrente kosten. Und das kann sich die AHV schlicht nicht leisten.
            Alle Prognosen bestätigen es: die Mehrwertsteuererhöhung per An-
            fang 2024 ist bloss ein Tropfen auf den heissen Stein ist und unser
            wichtigstes Sozialwerk wird bald schon wieder zum Sanierungsfall.
            Dumm ist auch, dass der Sozialstaat einmal mehr nach dem Giess-
            kannenprinzip aufgebläht würde. Einkommensmillionäre bekämen
            ein doppelt so hohes Plus wie ärmere Pensionäre. Was für eine sinn-
            lose Mittelverschwendung.


            Eine 13. AHV-Rente hätte abermals höhere Mehrwertsteuersätze
            zur Folge. Oder höhere Lohnabzüge. Vermutlich aber wohl beides
            zusammen. Die Kaufkraft würde weiter schwinden. Und das tut al-
            len weh. Umso mehr als parallel dazu vieles andere stetig teurer wird.


            Schmerzvoll wäre das auch für die Betriebe. Und vielen von diesen
            geht es heute schon nicht gut. Die Konjunktur trübt sich ein. Die Teue-
            rung erhöht die Produktionskosten. Die Margen geraten angesichts
            des harten Wettbewerbs immer stärker unter Druck. Investitionen in
            die Zukunft werden immer schwieriger. Höhere Steuern und höhere
            Lohnnebenkosen sind in diesem Umfeld des Teufels. Sie gefährden
            Betriebe und Arbeitsplätze und untergraben die Basis unseres Wohl-
            stands.

            Die AHV ist unser wichtigstes Sozialwerk. Wir dürfen sie nicht in
            den Ruin treiben. Wir dürfen den Erwerbstätigen und den Betrieben
            keine übermässige Zusatzlasten aufbürden. Und wir dürfen die Ge-
            nerationensolidarität nicht überstrapazieren. Daher ein klares Nein
            zu einer 13. AHV-Rente.





















                   Kurt Gfeller,
                 Vizedirektor und
                 Co-Leitung sgv
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